Medienmitteilung zum Coming-Out Day

11.10.2013 08:00 von Ronny

Coming-Out Day mit Queerdom

Zum 25. Mal findet am 11. Oktober 2013 der internationale Coming Out Day (COD) statt. 1987 nahmen über eine halbe Million Menschen am „Second National March on Washington for Lesbian and Gay Rights“ teil. Im Anschluss trafen sich Dutzende Aktivisten mit dem Ziel, den 11. Oktober als Aktionstag einzuführen, um auf die homophoben Zustände in der Gesellschaft Aufmerksamkeit zu erhalten. Eine Organisation aus diverse Aktivisten aus dem ganzen Land entstand in den Folgemonaten und planten diesen „March of Washington“ als nationalen Aktionstag zu verankern. Ein Jahr später veröffentlichten in einer solchen Aktion Tausende les-bi-schwule Amerikaner/-innen ihre Namen in den Medien.

Seit 1991 wird der Coming-out Day auch in der Schweiz von Lesben- und Schwulenvereinen organisiert. Sie treten an diesem Tag an die Öffentlichkeit und geben dadurch Lesben, Bisexuellen und Schwulen ein Gesicht. Das Ziel der jährlichen Aktion ist, den gleichgeschlechtlich liebenden Menschen ihr Coming-out zu erleichtern und die Gleichberechtigung dieser Lebensweise zu stärken.

Unterstützt von der Lesbenorganisation Schweiz und Lilaphon dürfen wir uns schweizweit auf Aktionen in grösseren und kleineren Städten freuen. Das Thema lautet Coming-out in der Mitte des Lebens. Es ist für Frauen und Männer aller Altersklassen eine extreme psychische Belastung und Gewissenskonflikte können selten mit Bezugspersonen besprochen werden. Die Angst, wichtige Teile des Lebens zu zerstören, ist gross und blockiert die Frauen in ihren Handlungen.

Den Schaffhauser les-bi-schwule Verein Queerdom gibt es bereits seit fünf Jahren und gilt einerseits als Anlaufstelle für homo-, bi- und transsexuelle Menschen oder Interessierte in Fragen oder Konflikten innerhalb diesen Themen und setzt sich auch auf politischer Ebene für die Rechte ein. So wird der Schaffhauser Verein auch in diesem Jahr während des Coming-Out Day Präsenz in der Altstadt markieren. Der gesellschaftliche Teil kommt bei Queerdom nicht zu kurz, der viele Anlässe, wie zum Beispiel das „Rosa Weekend“ vom 25.-27.10.2013 mit seinen Partnerorganisationen HOT (Thurgau) und WILSCH (Winterthur) organisiert.

Was ist das Lilaphon?

Der Verein Lilaphon aus Luzern bietet seit 1998 ein Beratungstelefon für lesbische und bisexuelle Frauen an. Vereinsangehörige setzen sich dafür ein, Anliegen der Frauen sichtbar zu machen. Nebst der Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit bietet der Verein eine Anlaufstelle für ratsuchende Frauen am Telefon und in persönlichen Gesprächen, zum Beispiel im Coming-out-Prozess an. Diese Plattform bildet die Anliegen, Ängste und Wünsche frauenliebender Frauen der Deutschschweiz ab. Eine Mehrheit der Anrufe befasst sich mit der Thematik Coming-out. Bis vor einigen Jahren waren es eher Jugendliche und junge Frauen, welche Rat suchten. In letzter Zeit werden vermehrt Beratungsgespräche mit Frauen geführt, welche sich erst in der zweiten Lebensphase mit dem Thema Homosexualität und Outing beschäftigen. Sie haben gefestigte Lebensstrukturen, welche sie in Frage stellen. Deshalb tauchen zum Thema Frauenliebe und Coming-out andere Fragen und Ängste auf, als bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Kontaktperson: Ronny Bien, Präsident Queerdom, ronny@queerdom.ch, 078 851 27 14

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