Katholische Gewissensnot – Gib’s zu, Du stehst drauf

12.07.2012 12:16 von Döme

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In seinem rabenschwarzen Monolog „Katholische Gewissensnot – Gib’s zu, Du stehst drauf“ zieht Irvine Welsh (Trainspotting) mal wieder alle Register des Humoristen, Moralisten und brutalen Horrorautor und führt uns einen verstockten, homophoben Macho-Helden aus dem katholischen Schottland vor.


tl_files/Queerdom_Content/qd_news_bilder/Katholische-Gewissensnot.pngJoe Hutchinson, als Untoter gespielt von Pascal Holzer, erschlägt in London einen Homosexuellen und wird danach erst in den Tod gejagt, dann in einen anal verkehrten Alptraum und schliesslich in seine eigene Hölle. Als Ausflug des schwarzen Humors in die Gefilde des Irrsinns, als nicht korrekter Höllentrip, bei dem es auch höllisch was zu lachen gibt, wird diese  Story einer ruhelosen Seele in der Inszenierung von Bodo Krumwiede in ein Rockkonzert der bekannten Zürcher Band Signori Misteriosi eingeflochten, deren Leader Angelo Repetto eigens dafür Songs geschrieben hat. Literarisches Off-Rocktheater also, das in Zusammenarbeit mit der Schweizer Schwulenorganisation Pink Cross und der beratenden Unterstützung durch ihren Leiter Uwe Splittdorf eine Gegenveranstaltung zu sogenannten Hassmusikkonzerten sein will, deren Zahl in letzter Zeit in der Schweiz und Europa rapide zugenommen hat, und ein in seinem Humor hemmungsloses StopMurderMusic-Event gegen Hass und hemmungslose Gewalt. Im Gegensatz zu offiziell organisierten Massenveranstaltungen gegen rechts etc., ein Event mit Off-Charakter, der Einblicke in die seelische Beschaffenheit und in die Hölle des Gewalttäters gibt, wobei am Ende offen bleibt, inwieweit Joe inzwischen sein Höllenprogramm heimlich nicht doch geniesst und dem „dämlichen Engel“ am Ende nur noch homophobes Entsetzen vorspielt. Der schwarze Humor, der hier einen gewaltbereiten Schwulenhasser entlarvt und dessen Phobien ins Lachhaft-Groteske  überdreht, soll auch den verständnisvollsten Sozialarbeiter am Ende ein durchaus schadenfrohes Grinsen entlocken und Intoleranten wie unserem Protagonisten den Mund vor Entsetzen offen stehen lassen. Empfohlen vom bekannten und geouteten, katholischen Theologen David Berger. 

 

Schauspiel: Pascal Holzer; Musik: Signori Misteriosi; Musikalische Leitung: Angelo Repetto; Regie: Bodo Krumwiede; Dramaturgie und Produktionsleitung: Oliver Rico

 

Weitere Informationen auf http://www.shpektakel.ch/2012_Am-Tag-als-der-Papst-entfuehrt-wurde/Trailer/Katholische-Gewissensnot.htm

Ticketpreise: CHF 42.- Es empfiehlt sich der Vorverkauf im Schaffhauser Tourismusbüro.

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